NATURHEILPRAXIS RUTH DUDENHOEFFER

HEILPRAKTIKERIN

PRAXISURLAUB

am 13. und 14. August ist die Praxis wegen einer Fortbildung geschlossen.

Newsletter 5 - 18

NEWSLETTER Juli 2018

Die homöopathische Anamnese

Was passiert bei dieser homöopathischen Anamnese? Prof. Dr. Mathias Dorsci hat einmal gesagt: „Die homöoapathische Anamnese ist die Kunst der Begegnung mit dem Patienten.“

In der Homöopathie geht es darum sich ein umfassendes Bild des Patienten, seines familiären Hintergrundes, seiner Beschwerden und auch seiner genetischen Disposition zu machen. Um dies zu erreichen benötigt der Homöopath eine ausführliche Anamnese.

Zu Beginn schildert der Patient zuerst einmal seine Beschwerden. Dies sollte möglichst ausführlich und umfassend geschehen. Der Therapeut wird erfragen, ob es Modalitäten gibt, die die Beschwerden zum Beispiel verschlimmern oder verbessern, z. B. Tag- und Nachtzeiten, Wetterbedingungen, Stressfaktoren etc.

Der Therapeut braucht dann aber auch die Informationen wie sich die Beschwerden entwickelt haben und dazu gehören auch die ausführlichen Informationen über alle Krankheiten, die der Patient bislang durchgemacht hat. Wichtig sind auch die Kinderkrankheiten (möglichst in der durchgemachten Reihenfolge) und auch die Impfdaten und Impfreaktionen müssen erfasst werden.

Hinzu kommt, dass der Therapeut wissen muss, auf welcher chronischen Krankheit, aus homöopathischer Sicht, die Beschwerden beruhen. Dazu benötigt er die Informationen aus der Familie. Welche Krankheiten gab es bei Geschwistern, Eltern, deren Geschwistern, Großeltern und Urgroßeltern. Je genauer die eigene und auch die familiäre Anamnese ausfällt, um so einfacher ist es für den Therapeuten sich ein wirklich komplettes Bild der Erkrankung zu machen.

Viele Patienten sind der Ansicht in der Homöopathie würden lediglich Symptome behandelt, dies ist nicht korrekt. Wir benötigen zur Therapie auch die klinischen Diagnosen und ein verantwortungsbewusster Therapeut wird auch Blutwerte und alle sonstigen Befunde mit eine seine Arzneiwahl einbeziehen.

Der Ablauf dieser Anamnese ist so individuell wie auch der Therapeut, aber die grundsätzlichen Daten erfasst jeder Homöopath. Die eigentliche Arbeit beginnt allerdings erst nach dem Patientengespräch.

In chronischen Fällen, bei denen in der Regel eine derartige Anamnese erhoben wird, muss der Therapeut versuchen, die aktuellen Beschwerden des Patienten der zugrunde liegenden, chronischen Erkrankung zuzuordnen um das passende homöopathische Mittel zu finden.

Die persönlichen Daten des Patienten werden dabei in einem Zeitstrahl erfasst, um erkennen zu können, wann und wodurch sich evtl. die chronische Krankheit verändert hat. Als Homöopath versucht man zu klären:

Welche Art von Erkrankung behandelt werden muss?

Welche chronische Krankheit im Hintergrund arbeitet?

Welche chronische Krankheit zum Zeitpunkt der Beschwerden aktiviert wurde?

Welche Arzneien zur Behandlung der Beschwerden und der chronischen Erkrankung in Frage kommen?

Wie ist die Gesamtkonstitution des Patienten?

Welche Organe sind betroffen und ist zuerst eine organotrope Behandlung erforderlich?

Etc.

Die Anamnese selbst erfordert einen Zeitaufwand von ca. 90 Minuten, hinzu kommen die Nacharbeiten, die ebenfalls ca. 60 Minuten in Anspruch nehmen. Erst dann wird der Therapeut die Arzneimittelwahl mit dem Patienten besprechen und die Vorgehensweise erklären. Es kann in schweren Fällen auch mal vorkommen, dass der Therapeut mehrere Tage über den Fall nachdenken muss.

Die verordnete Arznei – die nach dieser gründlichen Recherche – für den Patienten ausgewählt wurde, umfasst dann die Beschwerden des Patienten und im günstigsten Fall auch die chronische Erkrankung. Die Arznei ist so individuell wie der Patient und seine Beschwerden und wird auf den Patienten abgestimmt. Deshalb kann der Therapeut auch nicht sagen, diese Arznei ist für ihren chronischen Husten. Das ist sie natürlich, aber sie passt nur zu diesem individuellen Husten und würde einem anderen Patienten mit ähnlicher Symptomatik nichts bringen.

Auch die Einnahme der Arzneien ist unterschiedlich. Es gibt unterschiedliche Potenzierungen und somit auch unterschiedliche Einnahmevarianten. Die gewählte Potenzierung ist abhängig von der Erkrankung, der Akut- oder chronischen Behandlung, dem Alter des Patienten und seiner Konstitution.

Die homöopathische Therapie berücksichtigt die individuellen Symptome und erfasst den kompletten Menschen in all seinen Facetten. Daher ist auch die Behandlung so individuell wie der Mensch ist. Bei Fragen scheuen sie sich daher nicht ihren Therapeuten zu kontaktieren. Er wird sie ihnen mit Sicherheit gerne beantworten.

Bleiben Sie gesund.